Naturapotheke – eine kleine Kräuterkunde

Naturapotheke – eine kleine Kräuterkunde

Kamillentee gegen Bauchschmerzen, Salbei gegen Bauchweh und Baldrian zur Beruhigung. Pflanzliche Medizin steht hierzulande hoch im Kurs. Mehr als ein Drittel aller in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern rezeptfrei erhältlichen Arzneimittel sind natürlichen Ursprungs. Doch auch bei der Naturapotheke gibt es einiges zu beachten.

Rationale und traditionelle Phyopharmaka

Mehr als 400 zu sogenannten Arzneidrogen verarbeitete Blüten, Blätter, Wurzeln, Rinden, Früchte, Samen und ätherische Öle stehen heute zur Verfügung. Man kann sie als Tee, Saft, Tinktur, Pulver, Salbe oder auch Tablette einnehmen. Unterschieden wird zwischen „rationale Phytopharmaka“ und „traditionelle Phytopharmaka“. Bei rationalen Phytopharmaka hat die moderne Wissenschaft eine Wirkung eindeutig nachweisen können. Bei traditionellen Phytopharmaka wurde die pharmakologische Wirkung noch nicht nachgewiesen, sie kommen in der Naturmedizin aber zum Teil schon seit Jahrhunderten zum Einsatz.

Heilkräuter kommen oft als Tee zum Einsatz
Viele Heilkräuter lassen sich als Tee genießen (Foto: pixabay)

Zahlreiche Einsatzgebiete für Kräuter

Die Phytotherapie gehört zu den ältesten Heilverfahren und ihr Behandlungsspektrum ist sehr groß. Es reicht von Entzündungen und Schmerzen aller Art über Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Infektionen bis hin zu Depressionen und Demenz. Besonders beliebt ist der Einsatz von Heilpflanzen bei Erkrankungen der oberen Luftwege. Also beispielsweise Huflattich und Sonnentau bei Husten, Thymian bei Halsentzündungen, Kapuzinerkresse bei Bronchitis, Holunderblüten bei Schnupfen, Kamille-Dampäder bei verstopften Nasennebenhöhlen.

Pflanzenmedizin und weitere Einsatzgebiete

Auch „weiter unten“ kommen pflanzliche Helfer zum Einsatz. Löwenzahn und Mariendistel bei Leberbeschwerden, Cranberrys bei Blasenbeschwerden, Wermut, Tausendgüldenkraut und Enzianwurzel bei Beschwerden mit der Verdauung. Fenchel beruhigt einen nervösen Magen und Johanniskraut hilft bei leichten Depressionen. Ginkgo fördert nachweislich die Durchblutung im Gehirn und Weißdorn hilft bei Herzschwäche. Großer Beliebtheit erfreuen sich Phytopharmaka auch in der Gynäkologie. Schmerzhafte Schwellungen in der Brust, die vielfach den Monatsblutungen vorausgehen, lassen sich häufig mit den Extrakten des Mönchspfeffers lindern.

Weißdorn kann Herz und Kreislauf ganz natürlich unterstützen (Foto: pixabay)

Auch Nebenwirkungen sind möglich

Ein weiterer großer Vorteil der Panzenmedizin ist ihre meist gute Verträglichkeit und die geringe Zahl an Komplikationen. Dennoch können auch Phytopharmaka Nebenwirkungen hervorrufen. Fenchel, Kamille und Weißdorn sind unbedenklich, eine Überdosierung eigentlich nicht möglich. Bei Schöllkraut, Sennesblätter und Faulbaumrinde hingegen ist Vorsicht geboten. Deshalb ist es immer ratsam einen Experten zu Rate zu ziehen. Es gibt auch Kräuter, die sich mit Medikamenten nicht gut vertragen.

Pflanzliche Arzneimittel in der Regel sicher

Pflanzliche Arzneimittel gibt es in Apotheken, manchen Drogerien und Reformhäusern. Deutschland hat ein sehr strenges Arzneimittelgesetz. Bei uns gelangen in Regel nur sichere Produkte in den Handel. Vorsicht hingegen bei Mitteln aus dem Internet, vor allem, wenn sie unseriöse Heilversprechen machen. Wer sich gut auskennt, kann natürlich auch selbst nach Heilpfanzen suchen. Löwenzahn, Gänseblümchen und Brennnesseln wachsen überall. Man sollte allerdings darauf achten, dass die Pflanzen in unberührter Natur stehen und die Böden nicht kontaminiert sind. Also nicht unbedingt da auf Suche gehen, wo Hunde ihr Geschäft machen oder wo eine Fabrik viele Schadstoffe ausstößt.

Heilkräuter lassen sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise verarbeiten
Wer Heilkräuter selbst zubereiten möchte, sollte sich damit gut auskennen

Heilkräuter richtig verarbeiten

  • Ernten: Blätter, Stengel und oberirdische Teile mit einem scharfen Messer abschneiden, damit sie nicht reißen. Dann Blätter und Blüten vom Hauptstengel zupfen. Zu trocknende Wurzeln vorsichtig ausgraben und die Erde mit Bürste und Wasser entfernen.
  • Trocknen: Blätter und Blüten auf einem Rost ausbreiten und an derSonne oder einem warmen Ort trocknen lassen, bis sie bröselig sind und sich leicht zerkrümeln lassen. Wurzeln auf fünf Zentimeter kürzen, auf einem Rost ausbreiten und zehn Tage liegen in einem Ofen bei niedriger Temperatur vorsichtig trocknen.
  • Abkochen: Das Trockengut zermahlen oder in kleine Stücke brechen und in einen Topf geben. Dann kochend heißes Wasser dazugeben und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Zum Schluss den Tee abseihen.
  • Bei Kamille, Holunder und Linde verwenden Sie die Blüten. Bei Pfefferminze, Zitronenmelisse, Salbei und Thymian die Blätter. Bei Weißdorn und Hagebutte die Beeren, bei Anis, Kümmel, Dill und Fenchel die Samen.

Dieser Artikel ist nicht als Ersatz für einen fundierten medizinischen Rat gedacht. Sie sollten diese Informationen nicht zur Diagnose oder Behandlung eines Gesundheitsproblems oder einer Krankheit verwenden. Erkundigen Sie sich immer bei Ihrem Arzt

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